
Die Neugründung der Garde
Aus den Reihen einiger STKG Mitglieder entstand zunehmend der Wunsch entsprechend anderer Karnevalshochburgen eine Männergarde zu gründen.
Dies wurde als sinnvolle Ergänzung zu den schon bestehenden Tanzgarden im Steinheimer Karneval gesehen.
Diese Gedanken wurden dann im Jahre 2001 durch den damaligen Kanzler Lothar Runte und dem langjährigen Elferratsmitglied Jochen Behma
planerisch umgesetzt. Die beiden Väter der Garde standen vor vielen Fragen zum Aufbau einer Garde.
Deshalb machten sie sich die lange Tradition des Kölner Karnevals zunutze. Über persönliche Kontakte konnte Dieter Arlef,
ein damaliges Mitglied des Kölner Festkomitees, gewonnen werden, die ersten Planungen beratend zu begleiten.
Mögliche Anwärter für die neu zu gründende Garde wurden aus den Mitgliedern der STKG ausgesucht und angeschrieben.
Der Rücklauf dieser Anfrage war mit 20 positiven Antworten ermutigend, so dass an der weiteren Planung mit Hochdruck gearbeitet wurde.
Die Auswahl der Uniformen gestaltete sich anfänglich schwierig, da diese auch den regionalen Bezug zu Steinheim herstellen sollten.
Die Garden des rheinischen Karnevals entstanden ursprünglich als Parodie auf die preußischen Garden.
Nach Rücksprache mit dem damaligen Heimatpfleger fiel die Auswahl auf eine Anlehnung einer preußische Uniform aus dem 18. Jhdt.,
da das Preußische Reich bis an Lügde heranreichte und deren Truppen auch in Steinheim gesichtet wurden.
Die rote Farbe der Uniform entspricht dem des Steinheimer Stadtwappens.
Ermutigt von den positiven Rückmeldungen wurde zum 1.6.2001 die erste Vorbereitungsveranstaltung einberufen. Leider erschienen zu dieser
Veranstaltung nur 7 Kandidaten der Garde persönlich. Nach nochmaligen Einzelgesprächen waren dann bei der nächsten Veranstaltung
am 29.6.2001 die Anzahl der anwesenden Personen auf 20 angestiegen.
Nach intensiver Darstellung des Projektes konnten schließlich 18 Gardisten gewonnen werden, die sich verpflichteten der zukünftigen Garde beizutreten.
Die Gründungsveranstaltung der Garde fand nachfolgend am 24.8.2001 in der Karnevalshalle statt. Die Namensgebung als
Garde der STKG wurde beschlossen. Es wurde angeregt Regularien der Garde zu erarbeiten. Das Gardewappen wurde vorgestellt.
Zusätzlich wurde bestimmt, dass die Garde auch als Tanztruppe auftreten sollte und mit verschiedenen Auftritten dem Steinheimer Karneval
gedient werden sollte.
Diese Absichtserklärung spiegelt sich auch im §1 der Regularien der Garde wieder.
Zweck der Garde ist die Pflege des Karnevals, der geselligen Fröhlichkeit, des Gardetanzes; die Bereicherung des karnevalistischen Geschehens
unter Anknüpfung an die Tradition der Garden im rheinischen Karneval.
Zur Abstimmung der weiteren Schritte auch hinsichtlich des nahenden Karnevals, fand am 21.9.2001 die erste Gardeversammlung statt.
Der erste offizielle Abschluss der Neugründung der Garde wurde mit der Unterschrift aller Gardisten mit der Nummer 1 – 18 als Gründungsmitglieder
unter die Regularien der Garde am 11.11.2001 besiegelt. Wie die Gründungsmitglieder fast eidesstattlich versicherten,
wurde die letzte Unterschrift punkt 11:11 Uhr abgegeben. Nachfolgend gratulierte der Präsident der STKG Meinolf Lamberts zu dieser Neugründung
zum Wohle des Steinheimer Karnevals.
Die Anerkennung der Regularien als Satzung der Garde war der letzte offizielle Schritt der es nun ermöglichte, aus den Kandidaten der Garde,
Gardisten zu machen.
Zunächst war es jedoch erforderlich aus dem Kreis der zukünftigen Gardisten eine Führungsriege, welche Majorat benannt wurde zu wählen.
In einer Gardeversammlung wurde am 1.12. 2001 das Majorat bestehend aus Jochen Behma (Kommandeur), Michael Ahls (stellv. Kommandeur),
Friedhelm Borgmeier (Ordonnanz), Stefan Lücking (Zeugmeister), Hans-Henning Sudau (Tanzoffizier) und Peter Heyn (Rechnungsführer) gewählt.
Nun waren alle notwendigen Formalien erfüllt, so dass das Majorat die zukünftigen Gardisten zur abschließenden Gründungsversammlung der
Garde zum 2.2.2002 einberufen wurden. Die 18 Mitglieder der Garde wurden zu Gardisten mit Verleihung der Offizierswürde,
die erste Neuaufnahme der Garde, Christoph Klennert, zum Fähnrich ernannt.
Am 2.2.2002 um 2:02 Uhr wurde vom Kommandeur der Garde Oberstleutnant Jochen Behma die Neugründung der Garde als vollzogen gemeldet.
Der erste offizielle Auftritt der Garde fand am Samstag, den 9.2.2002 um 21:15 Uhr am Galaabend statt.
Unter kräftigem Beifall zog die Garde durch den Saal auf die Bühne und ließ sich vom närrischen Volk bewundern.
Der Mythos von den schönsten Männern Steinheims war geboren.
Entwicklung der Garde
In den folgenden Jahren hat sich die Garde der STKG personell und organisatorisch weiterentwickelt.
Die Mitgliederanzahl konnte bis Sommer 2011 auf 33 Mitglieder gesteigert werden. Dies tut auch Not,
da sich die Garde im Steinheimer Karneval zu einer festen und verlässlichen Größe entwickelt hat.
Bei vielen karnevalistischen Anlässen unterstützt die Garde, gemeinsam mit dem Elferrat die Steinheimer Karnevalsgesellschaft.
Neben der Begleitung des amtierenden Prinzen, der in der Zeit seiner Regentschaft Mitglied der Garde ist, bei den Besuchen der Kindergärten
und Schulen, beim Rosenmontagsumzug und beim darauffolgenden Gang durch die Steinheimer Kneipen,
besucht die Garde auch viele Veranstaltungen in und um Steinheim herum.
Die gute Zusammenarbeit und der gegenseitige Respekt zwischen dem Elferrat und der Garde über die letzten Jahre hat das Präsidium und die
Mitglieder der STKG bewogen, in der Generalversammlung am 19.10.2007 die Garde in die Satzung der STKG aufzunehmen.
Innerhalb der Garde hat sich eine verschworene Gemeinschaft entwickelt mit vielfältigen Aktivitäten, wie das Familienfest oder einer Wanderung am 1. Mai,
bei denen auch die Familienmitglieder einbezogen werden. Die Gardedamen haben einen eigenen Stammtisch gegründet.
Einmal im Monat treffen sich hier die Damen zum Gedankenaustausch oder um organisatorische Fragen zu klären.
Insgesamt hat die Garde seit Ihrer Gründung einen erfolgreichen Weg eingeschlagen, zum Wohle des Steinheimer Karnevals und der Gardisten selbst.